Pumpe, Filter, UV-C: So machen Sie Ihre Teichtechnik in 5 Schritten winterfest
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Die meisten Frostschäden an Teichtechnik entstehen nicht im Januar, sondern im Oktober – weil ein UV-C-Klärer mit Restwasser draußen bleibt, die Pumpe am Teichboden weiterläuft oder der Filter „ordentlich“ ausgewaschen wird. In 5 Schritten machen Sie Pumpe, Filter und UV-C jetzt winterfest – schützen damit Ihre Koi in der warmen Bodenzone und senken ganz nebenbei die Stromkosten über den Winter.
- UV-C abbauen: ab dauerhaft unter 10 °C ausschalten, entleeren, reinigen, frostfrei lagern – und das Leuchtmittel fürs Frühjahr notieren.
- Filter nur grob reinigen: Grobschmutz raus, Bakterien bleiben drin. Nie steril, nie mit Leitungswasser.
- Auf eine kleine Winterpumpe umstellen: ein Drittel bis die Hälfte der Sommerleistung reicht – das spart schnell 70–100 € Strom pro Winter.
- Pumpe höher setzen: rund 20–40 cm unter die Oberfläche, damit die warme Bodenzone für Ihre Koi erhalten bleibt.
- Bachlauf, Leitungen & Strom frostsicher machen: Wasserspiele aus, Leitungen entleeren, Kabel und FI-Schutz prüfen.
Warum Teichtechnik im Winter anders arbeiten muss
Im Sommer soll Ihre Technik vor allem eins: möglichst viel Wasser bewegen, filtern und klären. Im Winter dreht sich das Ziel um. Algen wachsen kaum noch, die Koi fahren ihren Stoffwechsel herunter und ziehen sich an den tiefsten Punkt des Teiches zurück. Jetzt geht es darum, die Filterbiologie am Leben zu halten, die Wärme am Teichboden zu schützen und die Geräte vor Frost zu bewahren.
Der Schlüssel dazu ist eine physikalische Besonderheit: Wasser hat bei etwa 4 °C seine größte Dichte. Dieses „schwerste“ Wasser sinkt nach unten – deshalb bleibt ein ausreichend tiefer Teich am Boden auch bei Dauerfrost bei rund 4 °C, während die Oberfläche zufriert. Genau diese Bodenzone ist der Überwinterungsplatz Ihrer Koi.
Schematische Darstellung. Eine stabile Bodenzone bildet sich erst ab etwa 1,2–1,5 m Wassertiefe zuverlässig aus.
Eine Pumpe, die im Winter weiter am Boden saugt, zerstört diese Schichtung: Sie holt das 4 °C warme Wasser nach oben und mischt es mit dem eiskalten Oberflächenwasser. Nach wenigen Tagen ist der ganze Teich gleichmäßig kalt. Dazu kommen Geräte, in denen Restwasser gefriert – beim UV-C-Klärer platzt dann im schlimmsten Fall das Quarzglas. Die folgenden fünf Schritte verhindern beides.
UV-C-Klärer abbauen, frostfrei lagern – Leuchtmittel notieren
Ein UV-C-Klärer tötet Schwebealgen ab, die durch das Gerät gepumpt werden. Unter etwa 10 °C Wassertemperatur wachsen diese Algen jedoch kaum noch – das Gerät verbraucht dann Strom und Leuchtmittel-Stunden, ohne einen Nutzen zu bringen. TMC empfiehlt für seine Pro-Pond-Geräte, sie bei dauerhaften Temperaturen unter 5 °C aus dem Wasserkreislauf zu nehmen und trocken einzulagern. Wir raten dazu, schon ab dauerhaft unter 10 °C abzuschalten und das Gerät bei der ohnehin fälligen Herbstpflege gleich mit auszubauen.
So geht’s richtig
- Stecker ziehen – immer zuerst, bevor Sie das Gerät öffnen oder vom Kreislauf trennen.
- Vollständig entleeren: Schläuche abnehmen, Gerät senkrecht auslaufen lassen. Restwasser, das gefriert, ist die häufigste Ursache für gesprungene Quarzgläser.
- Quarzglas reinigen: Kalk- und Belagsreste mit etwas Essig und einem weichen Tuch entfernen, anschließend auf feine Risse prüfen.
- Trocken und frostfrei lagern – im Keller, Hauswirtschaftsraum oder einer frostfreien Garage, nicht im Gartenhaus.
💡 Jetzt notieren, im Frühjahr Zeit sparen: Kleben Sie einen Zettel ans Gerät oder machen Sie ein Handyfoto vom Typenschild: Hersteller, Modell, Wattzahl und Einbaujahr des Leuchtmittels. UV-C-Lampen verlieren ihre Wirkung, lange bevor sie sichtbar ausfallen – TMC gibt für die Pro-Pond-Serie rund 9.000 Betriebsstunden an, das entspricht etwa einer Teichsaison. Wer seine Daten parat hat, besorgt das passende Leuchtmittel im Winter in Ruhe und startet im März mit voller UV-Leistung.
Beim Ausbau zeigt sich oft, dass ein Gerät seine besten Jahre hinter sich hat: milchiges Quarzglas, spröde Dichtungen, poröses Gehäuse oder ein zu kleines Modell, das im Sommer nie richtig nachgekommen ist. Dann lohnt es sich, den Ersatz jetzt einzuplanen – das neue Gerät wird im Frühjahr einfach angeschlossen.



TMC Pro Pond UV – UV-C-Klärer in vier Größen
- Komplett montiert mit vorinstallierter UV-C-Lampe und Quarzrohr – anschließen, fertig
- Vier Leistungsstufen von 15 W (bis 15.000 L) bis 110 W (bis 75.000 L)
- Markenqualität von TMC – Tropical Marine Centre, 2 Jahre Garantie
- Auch als Pro Clear UV Ultima (30/55 W) und Pro Pond Titan UV erhältlich
Filter nur grob reinigen – niemals steril
Im Filter sitzen Milliarden von Bakterien, die Ammonium und Nitrit abbauen. Sie brauchen Wochen, um sich anzusiedeln – und genau diese Kolonien sollen den Winter überstehen. Denn im Frühjahr, wenn die Koi wieder fressen, muss die Biologie sofort arbeiten. Wer den Filter im Herbst „blitzsauber“ macht, startet im März bei null und riskiert Nitrit-Spitzen.
| ✔ Richtig | ✘ Vermeiden |
|---|---|
| Grobschmutz, Laub und Schlamm aus Vorkammer und Absetzbereichen entfernen | Alle Filtermedien auf einmal reinigen |
| Schwämme und Bürsten nur in einem Eimer mit Teichwasser ausschwenken | Mit Leitungswasser ausspülen – Chlor schädigt die Bakterien |
| Höchstens die Hälfte der Medien pro Durchgang reinigen | Hochdruckreiniger, heißes Wasser oder Reinigungsmittel |
| Filter bei Koiteichen mit reduzierter Leistung weiterlaufen lassen | Filter mit Fischbesatz tagelang trocken oder still stehen lassen |
💡 Profi-Tipp aus über 20 Jahren Teichbranche: Ein leicht „schmuddeliger“ Filterschwamm ist im Winter ein gutes Zeichen – der bräunliche Film ist Ihre Bakterienkultur. Sauber sein muss nur der Durchfluss, nicht das Material.
Auf eine kleine Winterpumpe umstellen – und Strom sparen
Im Winter braucht Ihr Teich keine Sommerleistung. Die Filterbakterien benötigen nur einen gleichmäßigen, sanften Durchfluss, damit sie mit Sauerstoff versorgt bleiben. Als Faustregel reicht ein Drittel bis die Hälfte der Sommer-Förderleistung. Weniger Strömung bedeutet außerdem: weniger Unruhe im Wasser und weniger Wärmeverlust.
Weil eine Teichpumpe von November bis März rund um die Uhr läuft, macht die Leistungsaufnahme einen spürbaren Unterschied. Zwei Wege führen zum Ziel:
- Zweite, kleine Winterpumpe: Die Sommerpumpe wird ausgebaut, eine sparsame kleine Pumpe übernimmt den Winterbetrieb.
- Eine regelbare Pumpe für das ganze Jahr: Sie drosseln die Leistung im Herbst per Controller und drehen sie im Frühjahr wieder hoch – ohne Umbau.
⚡ Stromspar-Rechner: Was bringt Ihnen die Winterpumpe?
Werte anpassen – das Ergebnis aktualisiert sich sofort.
Voreinstellung: Superflow Techno 10000 (85 W) im Sommer gegen Techno 3000 (25 W) im Winter, 24 h Betrieb, 0,35 €/kWh. Beispielrechnung – Ihr tatsächlicher Tarif kann abweichen.
Welche Winterpumpe passt zu Ihrem Teich?
| Teichvolumen | Winterpumpe (Orientierung) | Leistung | Verbrauch |
|---|---|---|---|
| bis ca. 10.000 L | Superflow Techno 3000 | 3.000 l/h | 25 W |
| bis ca. 20.000 L | Superflow Techno 5000 | 5.000 l/h | 40 W |
| bis ca. 30.000 L | Superflow Techno 6500 | 6.500 l/h | 50 W |
| größere Anlagen | Superflow Techno Pro (gedrosselt) | stufenlos regelbar | ab 35 W |
Richtwerte für den Winterbetrieb. Die tatsächliche Fördermenge sinkt mit Förderhöhe, Schlauchlänge und Filterwiderstand – bei langen Leitungen eine Nummer größer wählen.



Superflow Techno – leise & energieeffizient
- Sieben Größen von 3.000 bis 15.000 l/h – die kleinen Modelle sind ideale Winterpumpen
- Techno 3000 mit nur 25 W, Techno 5000 mit 40 W Leistungsaufnahme
- Elektromagnetischer Trockenlaufschutz für sicheren Dauerbetrieb
- Schlauchtüllen 19/25/32 mm inklusive, 3 Jahre Garantie




Superflow Techno Pro – regelbar bis 50.000 l/h
- Stufenlos per Controller regelbar – volle Leistung im Sommer, gedrosselt im Winter
- Beispiel Techno Pro 15.000 S: 130 W voll, ab 45 W gedrosselt – rund 300 kWh weniger pro Winter
- Offener Vortexrotor für Schmutzpartikel bis 8 mm
- Fünf Größen von 10.000 bis 50.000 l/h, 3 Jahre Garantie
Pumpe höher setzen – die warme Bodenzone schützen
Ob Sommerpumpe gedrosselt oder kleine Winterpumpe: Im Winter gehört sie nicht mehr auf den Teichboden. Setzen Sie die Pumpe etwa 20–40 cm unter die Wasseroberfläche. So zirkuliert sie nur das ohnehin kalte obere Wasser durch den Filter, und die 4 °C warme Bodenzone bleibt für Ihre Koi unangetastet.
- Erhöhte Position schaffen: Ein stabiler Pflanzkorb, ein umgedrehter Eimer oder zwei Steine auf einer Pflanzstufe reichen. Wichtig ist ein fester Stand, damit die Pumpe nicht kippt oder Schlamm ansaugt.
- Nicht zu flach: Die Pumpe muss unter einer späteren Eisdecke sicher Wasser ziehen können.
- Rücklauf beruhigen: Das gefilterte Wasser möglichst knapp unter der Oberfläche und ohne Plätschern zurückführen. Ein sanft bewegter Rücklauf hilft außerdem, eine kleine Stelle eisfrei zu halten.
- Schwerkraftanlagen mit Bodenablauf: Durchfluss deutlich reduzieren und – wo die Anlage es erlaubt – die Hauptabsaugung auf Skimmer oder eine höher liegende Ansaugung umstellen.
⚠ Häufiger Fehler: Bachlauf oder Wasserfall im Winter weiterlaufen lassen. Jeder Meter, den das Wasser über Steine plätschert, kühlt es zusätzlich aus – und wirbelt den Teich durch. Mehr dazu im nächsten Schritt.
Bachlauf, Leitungen & Stromanschlüsse frostsicher machen
Zum Schluss alles, was außerhalb des Teiches Frost abbekommen kann:
- Bachlauf, Wasserspiele und Springbrunnen abschalten – sie kühlen den Teich stark aus. Zugehörige Pumpen ausbauen, reinigen und nach Herstellerangabe frostfrei lagern.
- Leitungen entleeren, die im Winter nicht durchströmt werden. Stehendes Wasser in Schläuchen und Rohren kann bei Frost Verbinder und Kugelhähne sprengen.
- Kabel, Stecker und Außensteckdosen prüfen: Beschädigte Isolierungen jetzt tauschen lassen. Teichtechnik gehört grundsätzlich an einen FI-Schutzschalter.
- Oberirdische Filter mit Dämmmatte oder Abdeckung vor starkem Frost schützen, wenn sie im Winter durchlaufen.
- Winter-Protokoll anlegen: Was ist wo gelagert, welches Leuchtmittel wird gebraucht, welche Pumpe läuft? So gelingt der Neustart im Frühjahr in einer Stunde.
Ihre Winter-Checkliste Teichtechnik
| Gerät | Was tun? | Wann? |
|---|---|---|
| UV-C-Klärer | Aus, entleeren, Quarzglas reinigen, frostfrei lagern, Leuchtmittel notieren | ab dauerhaft < 10 °C |
| Filter | Nur Grobschmutz entfernen, Medien in Teichwasser ausschwenken | vor dem ersten Frost |
| Hauptpumpe | Gegen Winterpumpe tauschen oder per Controller drosseln | ab dauerhaft < 10 °C |
| Pumpenposition | 20–40 cm unter die Oberfläche setzen | zusammen mit dem Pumpentausch |
| Bachlauf & Wasserspiele | Abschalten, Pumpe ausbauen, Leitungen entleeren | vor dem ersten Frost |
| Elektrik | Kabel, Stecker und FI-Schutz prüfen | vor dem ersten Frost |
Technik winterfest – und Ihre Koi?
Während Sie die Technik auf Sparflamme stellen, brauchen Ihre Koi jetzt noch einmal Energie für die Winterruhe. Der Oktober ist das letzte Fenster, um Fettreserven aufzubauen – so beugen Sie dem Energiemangelsyndrom im Frühjahr vor. Zum Ratgeber Herbstfütterung →

Häufige Fragen zur Teichtechnik im Winter
Muss ich die Teichpumpe im Winter ausschalten?
Bei Koiteichen mit biologischem Filter nein: Lassen Sie eine kleine Winterpumpe oder die gedrosselte Hauptpumpe durchlaufen, damit die Filterbakterien mit Sauerstoff versorgt bleiben. Entscheidend ist die Position – 20–40 cm unter der Oberfläche statt am Teichboden. Pumpen für Bachläufe und Wasserspiele werden dagegen abgeschaltet und frostfrei gelagert.
Wann schalte ich den UV-C-Klärer ab?
Sobald die Wassertemperatur dauerhaft unter etwa 10 °C liegt. Dann wachsen Schwebealgen kaum noch und das Gerät verbraucht nur Strom und Lampenstunden. TMC empfiehlt, die Pro-Pond-Geräte spätestens bei dauerhaften Temperaturen unter 5 °C aus dem Kreislauf zu nehmen und trocken einzulagern.
Wie oft muss das UV-C-Leuchtmittel gewechselt werden?
In der Regel einmal pro Saison, am besten zum Saisonstart im Frühjahr. Die UV-C-Leistung lässt nach, lange bevor die Lampe sichtbar ausfällt. TMC nennt für die Pro-Pond-Serie rund 9.000 Betriebsstunden. Notieren Sie beim Ausbau Modell und Wattzahl, dann haben Sie im Frühjahr alle Daten parat.
Wie viel Strom spart eine Winterpumpe?
Das hängt von der Differenz der Leistungsaufnahme ab. Beispiel: Wer eine 85-W-Pumpe im Winter durch eine 25-W-Pumpe ersetzt, spart bei 150 Tagen Dauerbetrieb 216 kWh – bei 0,35 €/kWh rund 75 €. Mit dem Stromspar-Rechner in diesem Beitrag können Sie Ihre eigenen Werte einsetzen.
Wie tief sollte die Pumpe im Winter hängen?
Etwa 20–40 cm unter der Wasseroberfläche, auf einer stabilen, erhöhten Unterlage. So bleibt die rund 4 °C warme Bodenzone ungestört, in die sich die Koi zurückziehen. Zu flach sollte die Pumpe nicht sitzen, damit sie auch unter einer Eisdecke noch sicher Wasser ansaugt.
Soll ich den Filter vor dem Winter gründlich reinigen?
Nein. Entfernen Sie nur Grobschmutz und Schlamm und schwenken Sie Filtermedien in einem Eimer Teichwasser aus – nie unter Leitungswasser und nie alle Medien auf einmal. So überlebt die Bakterienkultur den Winter und Ihr Filter arbeitet im Frühjahr sofort wieder.
